Das „Biopsychosoziale Modell“


Das Problem „Chronischer Schmerz“ erfordert eine weitsichtige He­ran­ge­hens­weise, um zu einer für den Patienten akzeptablen Lösung zu kommen. Läng­er andauernde Schmerzen können sich verselbständigen und auch nach Aus­schal­tung der eigentlichen Ursache bestehen bleiben.

Der Leidenszustand „Schmerz“ hat massive Einflüsse auf unser Wohlbefin­den, unsere Stimmung – macht uns aggressiv bis hilflos – und kann über ein starkes Rückzugsverhalten zu einer zunehmenden Isolierung in Beruf, Fa­mi­lie und Partnerschaft führen. Unsere subjektive Wahrnehmung von Ge­sund­heit ist ein funktionierendes Zusammenspiel von körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren. Wer Schmerzen hat wird sensibler und geht ganz sicher nicht immer mit guter Laune durchs Leben. Nicht selten leiden chronische Schmerzpatienten an einer Depression und umgekehrt depressive Menschen an Schmerzen.

Unsere professionelle Krankheitserhebung und Therapieplanung be­rück­sich­tigt alle 3 Ebenen. Der Ausschluss gravierender Ursachen (Tumore, Frak­tu­ren, Entzündungen, …) ist der erste Schritt. Fehlen diese, liegt das Haupt­augen­merk auf der Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit, sowie der Schmerz­reduktion auf ein erträgliches Ausmaß und im besten Fall im Er­reich­en der Schmerzfreiheit.

Auf körperlicher Ebene lautet die Zielsetzung: Verbesserung der Leis­tungs­fä­hig­keit (Muskelkräftigung, Herz-Kreislaufausdauer Training, Dehnen der ver­kürz­ten Muskeln und Verbesserung bei eingeschränkter Beweglichkeit).

Therapeutisch etablierte Entspannungsmethoden haben sich auf psycho­so­zi­aler Ebene bestens bewährt. Falsche Verhaltensmuster (Angst­ver­mei­dungs­ver­halten, falscher Umgang mit Medikamenten, fehlendes Um­ge­hen können mit Schmerz) können damit korrigiert und der Teufelskreislauf durchbrochen werden.



Ziel des biopsychosoziale Konzeptes ist die Wiederherstellung der Funk­tions­fähig­keit der Gesamtperson.

Langfristig hat das biopsychosoziale Konzept die besten Aussichten auf Erfolg. Der Therapeut arbeitet als „Coach“ im Team mit dem Patienten, um ihm Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, mit dem Schmerz besser um­ge­hen zu lernen.